FORGE FIRE DEATH METAL NIGHTS – Jan Edel und Carsten Weiss: “Die Nummer war erfolgreich und der Weg war frei für das erste Death Metal Mini-Festival in Recklinghausen!”
Im Doppelinterview sprechen wir heute mit Jan Edel von SABIENDAS, der für die musikalische Auswahl zuständig war und die Bands in die Schmiede brachte, sowie dem Kulturkoordinator der Altstadtschmiede in Recklinghausen, Carsten Weiss. Metal in der Altstadtschmiede funktioniert und die diesjährigen FORGE FIRE DEATH METAL NIGHTS werden das unter Beweis stellen.
METAL4RUHRPOTT: Jan, du bist Sänger der Old-School-Death Metal Band SABIENDAS. Wie kam deine Arbeit mit einer Kulturinstitution wie der Altstadtschmiede zustande?
Die Idee kam eigentlich als wir unseren letzten Auftritt in der Altstadtschmiede im Dezember 2011 geplant hatten. Ich kenne den Olfa aus dem Schmiedevorstand von Fussballstammtisch (klingt spießiger als es ist ist) und habe ihn mal angesprochen, ob man nicht mal ein Metal-Event machen kann.
Er hat mich dann direkt an Carsten verwiesen, welcher entgegen der bisherigen Meinung der Schmiede, einfach mal Bock auf ein Metal-Event hatte. Die haben wohl bisher gedacht, dass die langhaarigen Typen in den Lederjacken ihnen die Bude auseinander nehmen. Naja bekanntlich sind Metal-Konzerte die friedlichsten Veranstaltungen überhaupt.
Lange Rede kurzer Sinn! Wir sind dann darauf gekommen, dass wir mit SABIENDAS, SANITY'S ECLIPSE und VANIR einfach mal sehen, ob das Ganze überhaupt angenommen wird und ob wir den Laden voll kriegen. Nun, die Nummer war erfolgreich und der Weg war frei für das erste Death Metal Mini-Festival in Recklinghausen.
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METAL4RUHRPOTT: Welche Freiheit hattest du bei der Organisation? Welche Beschränkungen gab es?
Ich habe im Vorfeld eigentlich erstmal mit Carsten die Rahmenbedingungen besprochen. Was die Organisation von allen möglichen Events angeht, hat er ja einige Erfahrung. In die musikalische Auswahl und Ausrichtung hat er sich gar nicht eingemischt, er fungierte eben mehr als Mittelsmann zum Soziokulturellen Zentrum Altstadtschmiede e.V.. Es gibt natürlich immer einige Hindernisse wie Budgets, Genehmigungen, Verträge und eben auch das Personal für Gastronomie usw. Da Carsten, wie er selbst sagt, in der aktuellen Metalszene nicht gut auskennt hat er die Bandauswahl ganz mir überlassen.
Ein scheinbares Hinderniss ist natürlich auch, dass die Schmiede nur ein sehr kleines bis gar kein Budget für so eine Veranstaltung zur verfügung hat. An dieser Stelle nochmal einen riesen Dank an unsere Sponsoren, ohne die wir wohl einige Abstriche hätten machen müssen! Die Schmiede ist natürlich als verein auch auf die Gastro angewiesen. Ihr werdet euch also alle tierisch besaufen müssen! ;-)
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METAL4RUHRPOTT: Du hast dich also vorrangig um die Bandauswahl für die FORGE FIRE DEATH METAL NIGHTS gekümmert. Nach welchen Kriterien hast du die Bands aus gesucht? Wie war die Resonanz? Haben sich auch viele Bands einfach so beworben oder warst du als Bandscout unterwegs?
Also vorrangig habe ich mich nicht direkt um die Bands gekümmert. Unsere Gitarristin Alex, welche ja bei SABIENDAS hauptsächlich das Booking macht und die Kontakte pflegt, hatte einen entsprechend großen Anteil. Was die Konatktaufnahme zu den Bands anging, war es eigentlich sehr vielfältig. Aufgrund unserer eigenen Konzerte kommt man mit vielen anderen Bands in Kontakt. Einige Bands haben direkt bei uns angefragt, andere wurden von uns angesprochen. GRIND INC. sind uns mehr oder weniger zufällig über den Weg gelaufen als wir kurzfristig auf dem BATTLES NEUSS-FESTIVAL eingesprungen sind. Zu anderen Bands bestehen seit langem freundschaftliche Beziehungen oder man trifft sich auf Party und Konzerten. Wir haben insgesamt schon darauf geachtet, dass die Mischung aus lokalen und auswärtigen Bands ungefähr gleich ist. Wichtig war uns eigentlich nur, dass es tatsächlich ein reines Death/Thrash Metal-Ding wird und Bands dabei sind, die in der lokalen Szene bekannt sind.
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METAL4RUHRPOTT: Welches ist dein persönliches Highlight dieses Jahr? Bist du auf das Line up in diesem Jahr besonders stolz?
Das die Jungs von GRIND INC. zugesagt haben, ist natürlich geil und SUFFOCATE BASTARD spielen ja auch nicht so oft hier in der Gegend! Aber eigentlich ist es doch das Gesamtpaket. Bei den meisten lokalen kleinen Club-Festivals ist ja die Musikauswahl bzw. sind die Stile eher bunt gemischt, auf dem FORGE FIRE gibt's eben zwei Tage lang voll in die Fresse! Sowas in der Art hatten wir hier in der Gegend seit den späten 90ern nicht mehr!
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METAL4RUHRPOTT: Kommen wir nun noch zu ein paar Fragen an Carsten Weiss, den Kulturkoordinator der Altstadtschmiede in Recklinghausen. Wie passt eine Veranstaltung wie die FORGE FIRE NIGHTS in deinen Programmplan? Wer hat dich bei der Umsetzung unterstützt?
Wir hatten im letzten Jahr schon einige Metal-Konzerte in der Altstadtschmiede über die Bühne gebracht und aufgrund der starken Nachfrage und den vielen Bewerbungen, war es nun an der Zeit für die FORGE FIRE NIGHTS. Ich bin ja für das Kulturprogramm zuständig und dazu gehört natürlich auch Musik. Meine musikalischen Berater waren dabei Alex und Jan von SABIENDAS, die ihre Sache wirklich sehr gut gemacht haben.
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METAL4RUHRPOTT: Gab es auch Gegenstimmen aus den eigenen Reihen, die erst überzeugt werden wollten?
Nein, die gab es nicht wirklich, keine Pessimisten und auch niemanden, der das Projekt kritisiert hat. Das einzige Problem ist ja immer, dass wir als Kulturinstitution kein Geld in der Tasche haben und somit auch kein Büdget oder eine dicke Gage, die wir den Bands zahlen können. Alex und Jan haben da noch einige Sponsoren rekrutiert und dann hatten wir grünes Licht.
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METAL4RUHRPOTT: Wie erlebt ihr als Kulturinstitution die Szene in Recklinghausen? Gibt es viele Nachfragen nach Metal-Konzerten?
Ja, es gibt wirklich sehr viele Nachfragen und Bewerbungen von Bands aus der Szene. Jan und Alex haben mir da bei der Auswahl geholfen. Witzig ist, dass unser Mann an der Technik, Tim Schlichting, bei SUFFOCATE BASTARD spielt, das wußte ich vorher gar nicht und habe es erst bemerkt, als ich in ein paar Bands reingehört habe.
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METAL4RUHRPOTT: Ihr veranstaltet regelmäßig Jazz-Sessions, Rock und Metal-Konzerte sowie Senioren-Tänze. Du selber bist auch Schlagzeuger. Wo fühlst du dich selber musikalisch zu Hause?
Ich fühle mich am wohlsten in der Musik der 60er und 70er Jahre. Ich darf da aber nicht verschlossen sein, und das bin ich auch nicht, ich höre auch gerne Jazz und Rock und eben auch Metal. Wir als Kulturinstitution sind halt offen gegenüber allen Arten von Musik.
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METAL4RUHRPOTT: Freust du dich ganz besonders auf eine Band auf den FORGE FIRE NIGHTS? Bist du durchs reinhören auch ein kleines bißchen Fan geworden?
Nein, nicht direkt, ich drücke allen Bands die Daumen! Vielleicht werde ich es schaffen am Samstag mal vorbeizuschauen, aber sonst vertreten mich meine Kollegen sowie Alex und Jan. Ich wünsche allen Fans und Bands viel Spaß und hoffentlich wird es dann im nächsten Jahr wieder FORGE FIRE NIGHTS geben.
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METAL4RUHRPOTT: Vielen Dank fürs Interview, ihr Zwei!
Gerne, nichts zu danken!
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